Montag, 4. September 2017

Kunstraum in Klingenberg ist eine Begegnungsstätte - Finissage von Ruby De Lorenzi Zeppenfeld

Ruby De Lorenzi Zeppenfeld vor einem ihrer aktuellen Kunstwerke mit dem Titel »Anders sein«, Flüchtlinge vor den goldenen Freiheitsdornen Europas.

Die Vernissage zur Ausstellung von Ruby De Lorenzi Zeppenfeld im ehemaligen Klingenberger Milchlädchen hatte ich verpasst. Sie fand im Rahmen der Nacht der offenen Ateliers des Vereins Kunstraum Churfranken statt. Zwar hatte ich damals die Gelegenheit, gemeinsam mit meiner Tochter einen Blick in die Ausstellung zu werfen, aber es war ziemlich viel Trubel. Es bestand zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit, sich in Ruhe die ausdrucksstarken Bilder anzuschauen und mit der sympathischen Künstlerin aus Mossautal zu reden. Sie wurde ständig mit Beschlag belegt.

Hier das Bild »Anders sein...« noch einmal in voller Ansicht.

»Wirklich weise ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Welt zerstören kann«, eine Aussage, die dem Betrachter die Chance zur individuellen Interpretation bieten.

Nun nutzte ich am Sonntag, 3. September, die Gelegenheit, mir die Ausstellung bei der Finissage noch einmal ausführlich zu betrachten und mit Ruby De Lorenzi Zeppenfeld zu sprechen. Sie bekennt, dass sie einen Wendepunkt in ihrer künstlerischen Entwicklung erfahren hat. Von ihren mystischen, märchenhaft anmutenden Bildern in zarter Farbgebung, die einen starken Bezug zur Natur haben und die Umweltzerstörung anprangern, die Verknüpfung vom menschlichen Dasein in Abhängigkeit von einer intakten Umwelt und einem respektvollen Umgang miteinander darstellen, hat sie sich nun der Abstraktion zugewendet. Mit bunten Farben hat sie die Motive in klare Konturen eingebettet. Die aktuellen Bilder erinnern ein wenig an Kunstwerke von Joan Miró, aber nur ein wenig. Sie tragen die Handschrift und die Intention der Mossautaler Malerin. Die inhaltlichen Schwerpunkte mit philosophischem Charakter sind auch in diesen Bildern klar herausgearbeitet. Dem Betrachter bieten alle Werke die Chance, sich quasi selbst ein Bild von dem zu machen, was sie ausdrücken. Als kleine Hilfestellung dienen kurze lyrische Texte, die neben den Exponaten angebracht sind.

Am Eingang zum »schwarzen Zimmer«.
Ein Ausschnitt des Arrangements.

Sehr beeindruckend fand ich auch das »Schwarze Zimmer« im Obergeschoss des Milchlädchens. Das Arrangement und die Aussagekraft der Bilder waren ein längeres Verweilen wert. Die Ausstellung insgesamt zeigte die kreative Wandlungsfähigkeit der Künstlerin, hinter der handwerkliches Können und schöpferische Kraft steckt. Schließlich bringt sie die als Diplom Designerin erlernte Techniken ihrer beruflichen Ausbildung in ihr künstlerisches Schaffen ein.


»Blüten - Poesie - Punkt« ist dieses neuere Werk von Ruby De Lorenzi Zeppenfeld betitelt.


»Ich bin, wie ich bin...«

Wie sie am Sonntag sagte, bedauert Ruby De Lorenzi Zeppenfeld, dass die Ausstellung nun endet. Es sei sehr schön gewesen, den Menschen zu begegnen, die Interesse an ihren Bildern zeigten und das Gespräch suchten. Insgesamt lobt sie die Aktivitäten des Kunstraums Churfranken, in Klingenberg eine Begegnungsstätte für Kunstschaffende, Kunstinteressierte und einen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen.
Ruby De Lorenzi Zeppenfeld hat ihr Atelier in Mossautal, Ortstraße 171 und ist über E-Mail: ruby.zeppenfeld@t-online.de zu kontaktieren.

Hier noch weitere Posts auf meinem Blog über den Kunstraum Churfranken:
Frühlingsgefühle oder was?
Kunst, Theater und mehr...