Montag, 3. Juli 2017

Faszination, Spaß und Kulturgenuss unter freiem Himmel: Die Clingenburg-Festspiele


»Luja sog i« - Ein Münchner im Himmel und in der Hölle, ein bayerisches Volksstück nach Alfons Schweiggert, wurde von Intendant Marcel Krohn ideenreich inszeniert und macht Schauspielern und Zuschauern gleichermaßen Spaß.

In diesem Jahr kam ich seit langer Zeit wieder einmal in den Genuss, über Veranstaltungen auf der Clingenburg zu berichten und auch als Gast die Stücke auf der Freilichtbühne zu verfolgen. Zur feierlichen Eröffnung der Clingenburg-Festspiele im Rosengarten hatte ich frühzeitig meinen Hut in den Ring geworfen, damit mir der Termin nicht von Kollegen weggeschnappt wird. Der Run auf Kultur-Termine ist groß, während die Berichte über Gemeinderats- oder Stadtratssitzungen auf der Beliebtheitsskala ganz unten angesiedelt sind.

Das Ensemble mit Marcel Krohn (rechts) bei der feierlichen Eröffnung der Clingenburg-Festspiele im Rosengarten der Rotweinstadt.
Nunja, so durfte ich fürs Main-Echo nicht nur über die Eröffnung berichten, sondern auch das Kinderstück »Aladin« rezensieren. Das ist dann am Ende des Posts zu lesen.

Zu der Aufführung des Musicals Cabaret wurde ich von einer Freundin eingeladen. Diese Inszenierung hat einen bitteren Beigeschmack hinterlassen, weil die Parallelen zur Gegenwart mit den Parolen und der Vorgehensweise der AFD unverkennbar sind. Insgesamt hat mir »Cabaret« sehr gut gefallen, wenngleich Mariyama Bowles etwas zu brav in der Rolle der Sally Bowles wirkt. Das hat nichts mit ihren schauspielerischen oder gesanglichen Fähigkeiten zu tun, sondern einfach mit ihrem Aussehen. Hübsch und sympathisch, aber kein bisschen verrucht. Besonders gut gefallen haben mir Claus Wilcke als Herr Schulz und Franziska Krumwiede als Fräulein Schneider, die sehr überzeugend spielten und in ihrer Rolle bravourös aufgingen. Große Klasse war auch Werner Wulz als Conférencier mit klimpernden Augenwimpern, halbseidenen Bemerkungen und lasziven Bewegungen. Einfach großartig! Von dieser Aufführung kann ich allerdings keine Fotos liefern, da ich mich nicht traute, meine Kamera zu zücken. Sicher sind hier einige Eindrücke auf der Facebook-Seite der Clingenburg-Festspiele zu erheischen.

Ein Münchner im Himmel - Einfach wunderbar!

Günther Brenner brilliert in der Rolle des Alois.
Nun aber zum Münchner im Himmel und in der Hölle. Hier durfte ich dankenswerter Weise auf zwei Pressekarten zurückgreifen, die mir vom Verein zur Verfügung gestellt wurden. Eigentlich wollte ich meine zuweilen bessere Hälfte mitnehmen, aber daraus wurde nix, deshalb kam meine Tochter mit. Wir hatten sehr großes Glück mit dem Wetter. Es hat zu Beginn nur einige Tropfen geregnet, dann war alles gut. Wir hatten Decken mitgenommen, um uns einzumümmeln, so dass wir nicht frieren mussten.

Wir haben uns köstlich amüsiert und nebenbei die Botschaft mitgenommen, dass der Mensch eigentlich nicht zum Arbeiten geboren ist, sonst wäre er ja nicht so schnell müde 😂. Zumindest hat dies Alois zu Beginn des Stückes gesagt, als er im Hofbräuhaus saß und keinen Bock hatte, sich als Dienstmann zu verdingen. Übrigens ist Günther Brenner in dieser Rolle brillant und scheut sich nicht die Bohne, seine Hüllen bis auf Unterhose und Hemd fallen zu lassen, um in die Engels-, beziehungsweise Teufelskluft zu steigen. Total professionell!
Die Moral von der Geschichte ist eigentlich jedem bekannt. Vom lieben Gott hat Alois einen weißen Umschlag mit göttlichen Ratschlägen für die bayerische Staatsregierung mitbekommen, von der unterirdischen Fraktion einen Umschlag mit Ratschlägen für die Opposition. Wie's ausgegangen ist, wird an dieser Stelle nicht verraten. Aber nachfolgend gibt's Fotos, die einen Eindruck von der Aufführung vermitteln.

Mein Rat: Karten kaufen und hingehen! Karten gibt es auch online.

Kellnerin Kathi (Ramona Schmid) und Ehefrau Zensi (Franziska Krumwiede) bemühen sich um Erste Hilfe beim komatösen Alois.

Der Boandlkramer (der Tod), dargestellt von Werner Wulz, sinniert, ob er Alois von einem Engel abholen lassen soll.

Alois bei der unterirdischen Fraktion (Maik Eckhardt).
Erzengel Michael ( Susannen Anders, rechts) ist bereit, Alois ins Paradies mitzunehmen.
Nervige Dauerbespaßung in der Hölle mit Disco-Musik am Vormittag und volkstümlicher Hitparade von Mittag bis Abend.
Petrus (Konrad Adams) hat große Mühe, Alois vom Singen und Frohlocken zu überzeugen.
Rauschendes Finale mit stehenden Ovationen des Publikums.

Bitte beachten: Alle Fotos und auch Texte unterliegen dem Urheberrecht. Also nicht einfach herunterladen, sondern vorher fragen. Sonst kann es teuer werden!

Und hier einige Bildimpressionen und der Link zum Main-Echo-Artikel über Aladin:

Günther Brenner als Sultan, Sandra Leitner als Prinzessin Jasmin und Larius Phoulivong als Aladin.


Das Spiel beginnt.

Turbulente Szenerie: Bunt und voller Dynamik.