Montag, 4. April 2016

Frühlingsgefühle oder was?

Die Magnolienblüte in unmittelbarer Nachbarschaft vermittelt Frühlingsgefühle.
Gestern war Wetter zum Eierlegen, wie eine gute Freundin zu sagen pflegt, wenn die Sonne scheint und laue Lüfte wehen. Vor genau 35 Jahren herrschten ähnliche Temperaturen. Das weiß ich so genau, weil wir am 3. April 1981 getraut wurden. Nur standesamtlich, denn meine zuweilen bessere (katholische) Hälfte durfte als geschiedener und jetzt Wiederverheirateter nicht mehr kirchlich getraut werden. Auch sonst hatte er es mit der Amtskirche verschissen. Hätten wir in so genannter "wilden Ehe" zusammengelebt, hätte er weiterhin die Sakramente empfangen dürfen...schizophren, oder?! Papst Franzikus will hier eine Änderung herbei führen. Er sorgt auch sonst für Wirbel, was die Hardliner der klerikalen Kaste ganz schön durcheinander bringt. Gut so! sage ich.

Am 3. April 1981 saßen wir nach dem üppigen Mittagsmal im "Karpfen" im heimischen Garten - damals noch Römerstraße 47 - und ließen uns von der Frühlingssonne den Pelz wärmen. Gestern hätten wir wieder die Gelegenheit gehabt, aber es hat sich viel verändert in den 35 Jahren. Vier Menschen, die damals dabei waren, haben uns verlassen:  Heinrichs Mutter (1987), Heinrichs Tante Adelheid (1990), meine Mutter (2002), unser Freund und Trauzeuge Gerhard (2014).
Das ist der Lauf der Zeit, den wir nicht aufhalten können, auch wenn es manchmal schmerzlich ist. Mittlerweile bin ich auch wieder ein Jahr älter geworden, gerade noch an einem Aprilscherz vorbei geschrammt! Es war mein Wunsch, nicht an meinem Geburtstag, sondern einen Tag danach zu heiraten. Viel gebracht hat das allerdings nicht, denn der Hochzeitstag geht meist im Trubel des Geburtstags unter. Die Zeitspanne hätte größer sein müssen. 

Gestern habe ich mein Vorhaben umgesetzt, die Ausstellung im Löw-Haus zum Thema "Heimat" in Klingenberg noch einmal anzuschauen und noch ein paar Fotos zu machen. Bei der Vernissage war das einfach nicht möglich, weil zu viele Leute da waren.
Es sind wirklich sehr interessante Arbeiten dabei, und die Ausstellung ist sehr sehenswert - so wie die ganze Kunstmeile in der Klingenberger Altstadt. Ich hatte meine Tochter Miriam dabei, die auch jedesmal ganz begeistert vom Klingenberger Kunstraum ist. Es ist immer ein besonderes Erlebnis, zumal man auch mit den Künstlern ins Gespräch kommt. Angelockt von frühlingshaften Temperaturen waren viele Leute unterwegs und haben ihre Nase in die Ateliers gesteckt. Am Schalter der Eisdiele standen sie Schlange. Eis schlecken und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen - das sind Frühlingsgefühle pur, die durch den Anblick von so viel Kreativität noch gesteigert wird. 

Jutta Rosenhöfer vor ihrem Atelier nutzt die frühlingshaften Temperaturen zur Arbeit im Freien.

Helga Axt zeigt ihre beeindruckenden Bilder und erklärt, warum ein Passepartout ein Gemälde zuweilen erst richtig zur Geltung bringt.

Ein Blick ins Kellergewölbe des Löw-Hauses.

Auf Schritt und Tritt Begegnung mit Kunst und Kreativität.