Montag, 9. September 2013

Eine Pflege-Einrichtung mit Stil: Santa Isabella in Niedernberg


Schon die Außengestaltung des Pflegeheims Santa Isabella vermittelt ein ansprechendes Ambiente.

Meinen ersten Termin-Auftrag vom Main-Echo nach dem Urlaub hatte ich am vergangenen Samstag. Ich sollte über die Einweihung der neuen Pflegeeinrichtung Santa Isabella in Niedernberg berichten. Diesen Auftrag habe ich sehr gerne übernommen, denn den Geschäftsführer, der 42-jährige Diplom-Sozialpädagoge Claudius Schrenk, kenne ich noch aus seiner Zeit als Heimleiter der AWO-Seniorenresidenz. 2005 hatte er den Posten abgegeben, um  - wie man sagt - sein eigenes Ding zu machen. Er hat nach seinen Vorstellungen das Pflegeheim "Haus Bocksberg" in Bilz (schwäbische Alb) nach innovativen Gesichtspunkten gebaut und konzipiert. Gemeinsam mit dem Architekten und Investor Jürgen Braun aus Lahr im Schwarzwald hat er dann die "Villa Antika" in Achern (nördlicher Schwarzwald) konzipiert und gebaut. Santa Isabella in Niedernberg wurde ebenfalls vom Team Claudius Schrenk und Jürgen Braun realisiert.

Geschäftsführer Claudius Schrenk und Heimleiterin Andrea Hinz bei der Einweihung von Santa Isabella begrüßen die Gäste.

Das Konzept des Pflegeheims Santa Isabella in Niedernberg:

Ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu erhalten und in das gemeindliche Leben Niedernbergs zu integrieren, steht hinter dem Wohn- und Pflegekonzept von Santa Isabella. Im Hauptgebäude befinden sich 58 Pflegeplätze in fünf kleinen, überschaubaren Hausgemeinschaften mit jeweils eigenem Wohn- und Esszimmer als Gemeinschaftsraum. Einzelzimmer mit eigenem Duschbad, mediterranes Ambiente, eigene Türklingeln und Briefkästen und eine überschaubare Strukturierung der Wege und Räume mit qualitativ hochwertiger und optisch ansprechender Ausstattung sowie ein modernes Pflegekonzept vermitteln hohe Lebensqualität. Die fünfte Hausgemeinschaft befindet sich im Dachgeschoss und wurde konzeptionell und in der Ausstattung eigens für junge, pflegebedürftige Menschen geschaffen. Eine gemütliche Lounge, ein auch für die Öffentlichkeit zugängliches Café, eine kubanische Bar und ein Dachgarten ergänzen die gemeinschaftlich genutzten Räumlichkeiten. Flankiert wird das Hauptgebäude von einem weiteren Haus mit 13 Wohnungen. Diese Wohnungen können vom Haupthaus aus vollstationär versorgt werden und sein insbesondere für Paare gedacht, wo ein Partner pflegebedürftig ist und der andere ihn pflegt. 


Kein Klinik-Charakter, sondern Wohlfühl-Ambiente.

„Sie werden das Leben in seiner ganzen Fülle hier hereinholen“, prognostizierte Bürgermeister Jürgen Reinhard bei der Einweihung der neuen Pflegeeinrichtung Santa Isabella am Samstagvormittag in der Niedernberger Pfarrer-Seubert-Straße. Er lobte ein völlig neues Konzept, das eine hohe Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt. Am Samstag durften sich nicht nur die Ehrengäste im Hauptgebäude umsehen und informieren, die Türen standen ebenfalls der interessierten Bevölkerung offen.
Claudius Schrenk, Geschäftsführer der Einrichtung und Heimleiterin Andrea Hinz hießen die Gäste willkommen. In einer kurzen Einführung schilderte Schrenk die Besonderheit des völlig neuen Wohn- und Pflegekonzeptes, das sich, wie er sagte, an den Erkenntnissen der „fünften Generation Pflegeheimbau“ orientiert. „Wir sind einen neuen Weg gegangen, aber nicht einen teuren Weg“, sagte er und versicherte, dass die Kosten nicht höher sind als in anderen Pflegeeinrichtungen des Landkreises.

 Qualitätsstandard auf hohem Niveau

Was das Besondere ausmacht: Die Qualitätsstandards sind auf einem hohen Niveau angesiedelt. Es gibt ausschließlich Einzelzimmer mit hochwertiger Ausstattung. Das Ambiente mit mediterranem Flair ähnelt mehr einem Vier-Sterne-Hotel als einem Pflegeheim. Die Pflege geschieht laut Schrenk im Hintergrund und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Bewohner und nicht an diktierten und festen Strukturen. Wer in diesem Haus lebt, hat immer auch einen eigenen Bereich, in den er sich zurückziehen kann. Die Besucher bei der Eröffnungsfeier durften sich davon überzeugen, dass die vom Gesetzgeber geforderte technische Ausstattung, wie zum Beispiel der Notruf, so dezent in die Räume integriert ist, dass kein Klinikcharakter entsteht.

Für pflegebedürftige Menschen von 18 bis 65 Jahren wurden im Obergeschoss Voraussetzungen für eine Hausgemeinschaft geschaffen, die sich konzeptionell und in der Ausstattung an der jüngeren Generation orientiert und laut Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel einmalig in ganz Unterfranken ist. „Der 450 Quadratmeter große Dachgarten ist der Hammer“, pries Schrenk den Clou des Hauptgebäudes an, der, wie die Außenanlage noch nicht ganz fertig gestellt, aber schon jetzt ein Schmuckstück ist und am Samstag von vielen Besuchern bewundert wurde. „Die bunten Steine des Lebens“, so ist das Leitbild der Einrichtung, die nicht nur 85 Wohnplätze bietet, sondern auch 90 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Die machten am Samstag ihrem Arbeitgeber ein besonderes Geschenk. Sie überreichten nicht nur eine leckere Torte und Blumen, sondern erfüllten die Räume mit fetzigem Sound. Dafür sorgte Jörg Deboy (rechts neben ihm Pflegedienstleiter Chritoph Winter), der als Pflegefachkraft in Santa Isabella arbeitet und auf seiner Mundharmonika einen mitreißenden Blues blies.




Nach dem kirchlichen Segen durch Diakon Erhard Lang aus Großwallstadt hatten die Ehrengäste Gelegenheit, einige Grußworte zu sprechen. Bürgermeister Jürgen Reinhard nutzte die Gelegenheit für einen Rückblick in die Planungsphase, die bereits vor neun Jahren eingeleitet wurde. Umgesetzt worden sei ein von einer sehr breiten Mehrheit der Niedernberger Bevölkerung getragenes Projekt, das für die Gemeinde einen Standortvorteil darstelle und das Leben im Alter noch ein Stück lebenswerter mache. “Wir standen zwei Mal kurz vor dem Projektende”, erinnerte Reinhard und dankte dem Lahrer Architekten Jürgen Braun, der als Investor und kreativer Kopf maßgeblich zur Realisierung beigetragen hatte.

Voll des Lobes zeigten sich Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Bundestagsabgeordneter Wolfgang Zöller, Landtagsabgeordneter Berthold Rüth und Landrat Roland Schwing, der in Personalunion als Vorsitzender der Stiftung Altenhilfe die für ein neues Projekt übliche finanzielle Zuwendung überreichte.

Weitere Informationen über Telefon 06028/406460 oder im Internet unter der Adresse www.santa-isabella.de.

Ein Interview mit Geschäftsführer Claudius Schrenk:


Warum haben Sie gerade Niedernberg als Standort für ein neues Pflegeheim ausgewählt? 

Claudius Schrenk: Niedernberg ist allein schon von der Lage her ein interessanter Standort durch die gute Infrastruktur und für sich genommen eine höchst attraktive Gemeinde. Die Menschen hier sind unglaublich offen, engagiert und herzlich. Man findet ein reges Vereinsleben. Ich habe mich hier sofort willkommen gefühlt und es war von Anfang an nicht nur eine konstruktive Zusammenarbeit, sondern ein auch ein freundschaftliches Miteinander, angefangen vom Bürgermeister über die Verwaltung bis hin zu den Bürgern. Trotz vieler Probleme während der Planungsphase hatte ich nie das Gefühl, dass ich fallen gelassen werde. Ganz im Gegenteil. Alle haben an dieser Idee festgehalten. Wenn man so etwas in einer Gemeinde spürt, dann will man da auch hin.


Wie sieht es mit der Belegung aus?

Claudius Schrenk: Die ersten 14 Personen werden bereits nächste Woche einziehen. Interessenten sind es weit mehr. Rund 50 Anfragen liegen vor, und einige Leute haben sich die Räumlichkeiten bereits angeschaut oder sind heute hier, um eine Entscheidung zu treffen.


Was möchten Sie als Mitglied im Seniorenbeirat der Gemeinde umsetzen? 

Claudius Schrenk: 
Ganz klar möchte ich mich persönlich in die Gemeinde einbringen. Durch die unmittelbare Nähe zum Kindergarten und zur Grundschule bieten sich wunderbare Projekte an, die gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen in unserem Haus oder umgekehrt mit unseren Bewohnern im Kindergarten und in der Schule umgesetzt werden können. Unsere Mitarbeiter haben da schon ganz tolle Ideen entwickelt. Unsere Heimleiterin Andrea Hinz, eine langjährige Kollegin, mit der ich bereits in Wörth zusammengearbeitet habe und später dann auch in Bilz, wohnt in Goldbach. Sie hat auch die räumliche Nähe zu Niedernberg und ist immer vor Ort. Ich bin zwar der Geschäftsführer, kann aber nicht immer da sein. Übrigens mussten wir keine einzige Stelle ausschreiben. Mit Spaß, Spiel, Begeisterung, bunter Vielfalt und Leidenschaft wird hier gelebt und gearbeitet.

(c) Ruth Weitz