Freitag, 8. Juni 2012

Schlecker Todesstoß - Schnäppchenjäger auf der Pirsch

Schlecker, dieser Schriftzug wird bald aus
den Einkaufsmeilen verschwunden sein.
Schlecker, das war einmal. Wenn ich aus dem Küchenfenster schaue, dann sehe ich direkt gegenüber auf das Gelände, wo der Schlecker-Markt in seinen letzten Zügen liegt. Heute war der Schlecker-Parklpatz  überfüllt. Früher standen nur ein paar Autos herum, meistens nur das der Mitarbeiterin. Es war ja nur eine Kassiererin im Laden, die den wenigen Kunden das Geld abknöpfte und die Ladenregale einräumte. Die anderen Autos in naher Entfernung des Schlecker-Ladens waren Kunden des Netto-Marktes, heute ganz klar in der Minderzahl. Vor dem Eingang des Schlecker-Drogeriemarktes drängten sich die Schnäppchenjäger. Offensichtlich hatte die vermutlich einzige künftige Ex-Schlecker-Verkäuferin im Geschäft zwischendurch die Ladentür abgesperrt, weil sie den Massen nicht mehr Herr, korrekterweise nicht mehr "Frau" wurde. 30 Prozent Rabatt auf alle Waren ist nicht gerade der Burner. Doch die Schnäppchenjäger waren vom Jagdfieber gepackt und nahmen mit, was noch zu kriegen war. An der Schlecker-Leichenfledderei beteilige ich mich nicht.
Frau von der Leyen und Frau Schröder tun es. Es ist schon mehr als zynisch, wenn sie vorschlagen, dass die künftigen Ex-Schlecker-Verkäuferinnen zur Kinderbetreuung eingesetzt werden sollen. Ich kann nur sagen, die beiden Ministerinnen leiden an einem massiven Porzellansyndrom. Für alle, die nicht wissen was ein Porzellansyndrom ist: "Nicht alle Tassen im Schrank".
Warum wurde damals keine Auffanggesellschaft gegründet? Dann hätte es nicht die Massen von Kündigungsschutzklagen gegeben und eine Schlecker-Übernahme wäre für potenzielle Investoren deutlich interessanter gewesen. So hätte man wenigstens einen Großteil der Arbeitsplätze für Schlecker-Mitarbeiterinnen retten können. Wer sich am Betreuungsgeld und lächerlichen Beiträgen zur privaten Pflegeversicherung festbeißt, die so unsinnig sind wie Strapse für Kühe herzustellen und diese Maßnahmen dazu Millionen kosten, der muss ein Porzellansyndrom haben. Oder haben Frau von der Leyen und Frau Schröder vielleicht darüber nachgedacht, dass noch etliche Windel-Packungen nach dem Schlecker-Ausverkauf übrig bleiben könnten, die von den ehemaligen Verkäuferinnen nach der Umschulung zur Tagesmutter dann am lebenden Objekt angewendet werden?