Dienstag, 7. März 2017

Internationaler Frauentag am 8. März: Wichtiger denn je!

Am 8. März 2017 wird der Weltfrauentag oder auch Internationaler Frauentag zum 106. Mal gefeiert. Die Frage stellt sich, was wurde erreicht, was gilt es noch anzupacken und muss dieser Tag weiterhin international begangen werden, um die Gleichstellung von Mann und Frau zu erreichen? - Oder ist er bereits überflüssig geworden? Bildquelle: pixabay.com

Morgen, am Mittwoch, 8. März, ist der 106. Weltfrauentag, der auch Internationaler Frauentag genannt wird. Zum ersten Mal wurde er im Jahr 1911 begangen, als die Rechte der Frauen noch in den Kinderschuhen steckten. Es wurde seitdem viel erreicht, aber noch lange keine echte Gleichstellung erzielt. Es gibt sogar Tendenzen, das Rad wieder zurückzudrehen. Hierzu habe ich ein Interviews mit der Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrats, Hildegund Rüger, geführt, das zur Veröffentlichung im Main-Echo aus technischen Gründen gekürzt werden musste. Die wichtigsten Passagen sind zwar enthalten, aber für Interessierte ist es sicher wichtig, den kompletten Inhalt zu lesen. Hildegund Rüger ist vielen am bayerischen Untermain noch bekannt, unter anderem als Schulleiterin der Josef-Anton-Rohe-Schule in Kleinwallstadt oder als BLLV-Vizepräsidentin.


Seit 1911, dem ersten in Deutschland veranstalteten Frauentag, hat sich vieles zum Positiven für Frauen geändert. Wo liegen Ihrer Meinung nach heute die Schwerpunkte in der Benachteiligung von Frauen?

Hildegund Rüger: Die Studie „Was junge Frauen wollen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2016 brachte es zu Tage! Nur zehn Prozent der Frauen im Alter bis 40 Jahren sind der Meinung, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland voll und ganz realisiert ist – und auch nur 15 Prozent der Männer vertreten diese Auffassung. Insofern sind sich Frauen und Männer darüber einig, dass die tatsächliche Gleichstellung noch nicht Realität ist. Frauen und Männer der jungen Generation begreifen Gleichstellung nicht als Kampf gegeneinander, sondern als eine gemeinsame „Baustelle“. Diese Sichtweise der Frauen und Männer heute bedeutet, dass Gleichstellungsdefizite den Zusammenhalt gefährden und dass Ungleichstellung befördernde Fehlanreize und Rahmenbedingungen gesellschaftliche Bruchstellen verursachen. Bei Frauen der jüngeren Generationen aller Schichten sind unter anderem folgende familien- und gleichstellungspolitische Themen angekommen und bestimmen ihren Blick auf ihre eigene Lebenslage, auf die Gesellschaft und ihre Forderungen an die Politik:

» Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist groß, ungerecht und muss unbedingt und rasch beseitigt werden.

» In einer Partnerschaft und nach der Familiengründung praktizieren junge Frauen traditionelle Geschlechterrollen. Obwohl sie dies eigentlich nicht wollen, ist es heute aus
finanziellen Gründen sinnvoll und vernünftig, so zu handeln.

» Es gibt zu wenige Frauen in Führungspositionen! Die Mehrheit der jungen Frauen ist überzeugt, dass sich ohne gesetzliche Maßnahmen und Druck (Sanktionen) wenig tun wird.

» Frauen in der Mitte der Gesellschaft verlangen von der Politik und wünschen sich von ihrem Arbeitgeber eine individuelle Flexibilität von Arbeitszeit, täglichem Arbeitspensum und Arbeitsort: Das Ergebnis muss stimmen.

» Bei jungen Frauen mit relativ hohem Einkommen ist die Frage ihrer späteren Rente sehr präsent. Insofern wollen sie auf ihre Erwerbstätigkeit nicht verzichten. Hingegen denken Frauen mit geringerem Einkommen weniger über ihre Rente nach. Dafür gibt es einen triftigen Grund: Sie sind aktuell so sehr mit der Finanzierung ihres wöchentlichen und monatlichen Lebensunterhalts beschäftigt, dass sie sich keine Gedanken machen
können, was später kommt.

Auf die Stimme dieser Frauen gilt es nun zu hören und effektiv an die Arbeit zu gehen. Diese „Baustellen“ dürfen nicht die Dimensionen wie die des Berliner Flughafens
annehmen.


Teilen Sie die Meinung vieler Frauenrechtlerinnen, dass ein Rückschritt in der Gleichstellungspolitik, ein so genannter Backlash, zu beobachten ist?

Hildegund Rüger: Ja, es gibt Rückschläge zu verzeichnen, da ein Generationswechsel stattgefunden hat. Feminismus hat unter der jungen Generation einen schlechten Ruf, gilt als hausbacken und „uncool“. Andererseits sehen viele junge Frauen eine Gleichberechtigung der Geschlechter noch keineswegs verwirklicht, wie uns die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aufzeigt. Die jungen Feministinnen arbeiten vor allem mit dem Internet und somit zielorientiert. Der Aktionismus findet also nicht mehr auf der Straße statt, ist nicht mehr laut und plakativ – ich denke an die Aktion „Mein Bauch gehört mir“ –, sondern von einer gewissen Subtilität und Fachkenntnis geprägt.

Der Bayerische Landesfrauenrat beteiligt sich an dem Aktionsbündnis »Parité in den Parlamenten«, das Ende November 2016 eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht hat. Was ist der Hintergrund?

Hildegund Rüger: In den Parlamenten sind wir Frauen nicht gleichberechtigt vertreten. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass die Hälfte der Bevölkerung bei der Mitgestaltung politischer Entscheidungen benachteiligt wird! Dabei sind 51 Prozent der Wahlberechtigten Frauen. Im März 2014 hat sich in Bayern das Aktionsbündnis „Parité in den Parlamenten“ gegründet, das paritätisch besetzte Wahllisten und Wahlkreise für EU, Bund, Land und Kommunen fordert. Ziel ist es, durch eine paritätische Aufstellung von Kandidatinnen und Kandidaten, ein gerechtes Geschlechterverhältnis in den Parlamenten zu erreichen. Der Bayerische Landesfrauenrat ist Kooperationspartner des Aktionsbündnisses, das am 30. November 2016 eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht hat. Wir wollen es wissen!: Kommt der Staat seinem verfassungsgemäßen Auftrag in Art. 118 Abs. 2 Bayerische Verfassung nach und sorgt dafür, dass er die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördert und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirkt? Nach unserer Auffassung ist die von der Bayerischen Verfassung gebotene "Durchsetzung der Gleichberechtigung" derzeit nicht gegeben, ohne die Parteien und Wählervereinigungen gesetzlich zu verpflichten, ihre Kandidatenlisten paritätisch aufzustellen. Sowohl das Grundgesetz als auch die Bayerische Verfassung fordern nämlich „die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern“ und „die Beseitigung bestehender Nachteile“ durch den Staat.

Wann erwarten Sie ein Ergebnis der Popularklage, was ist die Konsequenz, wenn sie erfolgreich ist und was, wenn sie scheitert?

Hildegund Rüger: Wir erwarten mit Spannung, wie der Bayerische Verfassungsgerichtshof, hoffentlich zügig, entscheiden wird. An ein Scheitern denken wir nicht, gedanklich gehen wir diese Sache so nicht an! Alles Weitere wird sich zeigen.

Wie kann man Ihrer Meinung nach gerade junge Frauen für politische Ämter begeistern und sie motivieren, sich einzumischen und politische Rahmenbedingungen mitzugestalten?
Hildegund Rüger: Folgende Hauptgründe für diese Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik sind offensichtlich: Frauen haben kaum Interesse an der Politik, da erstens die Formen politischer Arbeit noch immer männlich geprägt sind; zweitens die aktuellen politischen Karrieremuster den Aufstieg für Frauen erschweren und drittens die Politikerinnen in den Medien leider immer noch marginalisiert und trivialisiert werden. Rita Süssmuth äußerte einmal: „Obwohl Frauen die Mehrheit der Bevölkerung bilden, verharren sie in einem Minderheitenstatus. Im Parlament machen sie sich aus wie einige bunte Tupfer in einer blaugrauen Anzugswelt“.
Wenn Politik keine Männerdomäne bleiben soll, so muss die Geschlechtergleichheit als wichtigste Aufgabe in die politische Arbeit mit aufgenommen werden. Insbesondere die Parteien sind aufgefordert, Frauen nicht nur in Zeiten des Wahlkampfes zu umwerben, sondern ihren Lebenslagen und Interessen in der politischen Praxis permanent Rechnung zu tragen. Die Motivation und Begeisterung der Frauen für die Politik wird die natürliche Folge sein.
Wir müssen nun alle Hebel in Bewegung setzen, um das riesige Potential der Frauen in der Politik den Parteien aufzuzeigen.

Welche bedeutenden Veränderungen wurden durch das Mitwirken des Landesfrauenrats zu Gunsten der Frauen in Bayern erreicht?

Hildegund Rüger: Der Bayerische Landesfrauenrat begleitet bereits seit über 40 Jahren die Frauen in Bayern auf ihrem Weg zu Chancengleichheit und vollständiger Gleichberechtigung. Als überkonfessionelles, überparteiliches und unabhängiges Gremium trägt er seit 1973 zur Verbesserung der Situation der Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bei. Er fördert dabei die Zusammenarbeit der in Bayern tätigen Frauenverbände und der Frauengruppen gemischter Verbände. Aus anfangs 30 Mitgliedsverbänden sind heute 48 Mitgliedsverbände geworden, in denen knapp vier Millionen organisierte Frauen vertreten sind.Trotz verschiedenster Interessen spricht der Bayerische Landesfrauenrat mit einheitlicher Stimme für die Frauen in Bayern. Aktuell beschäftigt sich der Bayerische Landesfrauenrat unter anderem mit den Themen: Frauen als pflegende Angehörige, Geschlechterbildung und Genderperspektiven im Care Bereich, Arbeit 4.0 – Auswirkungen auf das Familienleben und Arbeitsleben sowie „Wer erklärt wie unsere Gesellschaft und mit welchen Medien?“ Das Jahresmotto des Bayerischen Landesfrauenrates 2017 lautet: „Was Frauen wollen – MEHR!“
Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass die Frauen wissen, was sie wollen, aber es geht noch besser, wenn die „Wunschliste“ nicht noch so lange wäre.

Die Ziele des Internationalen Frauentags sind weltumspannend, in wieweit ist der Bayerische Landesfrauenrat in das nationale und internationale Netzwerk eingebunden?


Hildegund Rüger: Mit unserem regelmäßigen Newsletter, Internet- und Facebook-Auftritt, aber auch in öffentlichen Veranstaltungen, wie unsere Reihe „Quer gedacht“, machen wir Politik und Öffentlichkeit auf frauenpolitische Anliegen aller Couleur aufmerksam.
Um unsere Ziele zu verwirklichen, engagieren wir uns in verschiedenen Gremien, zum Beispiel am Runden Tisch „Bürgerschaftliches Engagement“, im Landesplanungsbeirat, in der Steuerungsgruppe des Forum Soziales Bayern, am Aktionsbündnis Equal Pay Day, im Beirat der Bayernwerk AG und im Bayerischen Rat der Europäischen Bewegung – um nur einige zu nennen. Darüber hinaus führen wir regelmäßige Spitzengespräche mit Partnern des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens. Auf Bundesebene engagieren wir uns im Deutschen Frauenrat sowie auf der Konferenz der Landesfrauenräte.
Erwähnenswert ist selbstverständlich auch, dass der Bayerische Landesfrauenrat seine Empfehlungen an Organe der Legislative und Exekutive in allen Fragen, die die gesellschaftliche Situation der Frau betreffen, abgibt. Daneben beraten wir insbesondere auch die Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. In all meinen Reden und Vorträgen weise ich darauf hin, dass – nach der Weltstatistik – Frauen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung bilden, dass sie zwei Drittel aller Arbeitsstunden leisten, dass sie nur 10 Prozent des Welteinkommens erhalten und dabei weniger als ein Prozent des Welteigentums besitzen. Diese Missstände auf internationalem Niveau zeige ich immer wieder auf.

Die Vereinten Nationen haben den Internationalen Frauentag 2017 unter das Motto: »Women in the Changing World of Work: Planet 50-50 by 2030« gestellt. In Deutschland wurde es auf den Leitspruch »Wir verändern!« verkürzt. Ist es realistisch, bis 2030 eine weltweite Gleichstellung von Mann und Frau zu erreichen, gerade vor dem Hintergrund der Diskriminierung von Frauen und Mädchen in vom Islam dominierten Ländern?

Hildegund Rüger: Wir würden uns nichts mehr als das wünschen. Die Tatsachen sprechen aber leider eine andere Sprache. Der Weg bis zur Gleichstellung von Männern und Frauen ist lang – und er wird leider immer länger, wie aus dem Gender Gap Report 2016 hervorgeht, den das Weltwirtschaftsforum veröffentlicht hat. Bei dem derzeitigen Tempo wird es noch 170 Jahre dauern, bis Frauen und Männer dieselben Chancen erhalten. Im Jahr 2015 lag die Schätzung der Experten noch bei 118 Jahren. Ich baue und hoffe darauf, dass die Gleichberechtigung schneller voranschreitet, wenn sich mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen in Wirtschaft und Politik, auf nationaler und internationaler Ebene, befinden. Erst wenn wir Frauen an allen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Belangen zu 50 Prozent beteiligt sind, können wir aufatmen! Deshalb ist Gleichstellungs- und Frauenpolitik, unabhängig von Konfessionen, auch in Zukunft unerlässlich!

Viele Bürger, auch Frauen, wissen mit dem Datum 8. März nichts anzufangen. Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die Bedeutung des internationalen Frauentags so wenig öffentliches Interesse erzeugt?

Hildegund Rüger: Wir sind beim 106. Geburtstag des Internationalen Frauentages angelangt. 106mal wurde schon auf die Ungleichstellung der Geschlechter weltweit hingewiesen. Es hat den Anschein, dass nach 106 Jahren schon alles gesagt wurde und deshalb dieser Tag leider nicht mehr im Fokus des öffentlichen Interesses ist. Ich gebe mich jedoch kämpferisch und schließe mit den Worten von Viviane Reding, der ehemaligen Vizepräsidentin der Europäischen Kommission: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben. Das Ziel ist die Gleichberechtigung, damit wir solche Tage nicht mehr brauchen.“

Hildegund Rüger, seit 2005 Präsidentin des
Bayerischen Landesfrauenrats. Foto: privat

Was ist der Bayerische Landesfrauenrat?

Insgesamt 49 Frauenverbände – und Frauengruppen sind unter dem Dach des Bayerischen Landesfrauenrats zusammengefasst, der rund 4 Millionen Frauen in Bayern vertritt. Er ist überkonfessionell, überparteilich und unabhängig und wird vom Bayerischen Sozialministerium gefördert. Vorrangiges Ziel des Landesfrauenrats ist die Verbesserung der Situation der Frauen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Öffentlichkeitsarbeit zu Fragen der Gleichstellung, Stellungnahmen und Empfehlungen an Organe der Legislative und Exekutive prägen die Arbeit des Landesfrauenrats, um die Interessen der Frauen in Politik und Gesellschaft zu vertreten. Auch die Beratung der Frauenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung zählt zur Arbeit des Landesfrauenrats.

Einige Hintergrundinformationen zum Internationalen Frauentag auf der Autorenplattform Pagewizz hier zusammengefasst.



Montag, 6. Februar 2017

Eine Stadtführung durch Obernburg mit der DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier

Die Teilnehmer bei der Stadtführung mit Freya Klier (zweite von links) vor dem Rathausplatz.
Foto: Manfred Gielen (DANKE!)
Es war eine große Ehre für mich, mit einer so liebenswerten und berühmten Frau und Künstlerin wie der Bürgerrechtlerin Freya Klier eine Stadtführung zu machen. Heute, Montag, 6. Februar, trafen wir uns vor der Anna-Kapelle. Nicht nur die Vertreter und Vertreterinnen der beiden Realschulen aus Obernburg und Elsenfeld waren gekommen, sondern auch einige interessierte Gäste aus Obernburg und Umgebung, um uns zu begleiten.

Vor der Kochsmühle erzählt Wolfgang Rohrbach (zweiter von links) von seinen Erlebnissen als Galerist.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel es über unser schönes Römerstädtchen zu erzählen gibt. Eigentlich hatte ich mir das Zeitlimit von 45 Minuten gesetzt. Aber ich habe wieder mal überzogen, so dass ich die letzte Etappe im Zeitraffer erledigen musste. Endpunkt war der Hexenturm, an dem die szenische Darstellung »Ännchens Angst vor der Inquisition« von Jasmin Kohl und Katja Zöller gezeigt wurde. Die Szene beruht auf einer Geschichte in meinem Stadtführer »Obernburg mit langen Wimpern«.

Schnell noch ein Foto von der Anna-Kapelle machen! Freya Klier mit
Johannes Henrich (links) Konrektor der
Main-Limes-Realschule
und dem Elternbeiratsvorsitzenden 
Andrea Faggiano.

Bereichert wurde die Führung durch Geschichten, die Wolfgang Rohrbach erzählte. Sei stammten aus seinen Erfahrungen als Galerist in den ersten Jahren nach der Generalsanierung der Kochsmühle. Frau Dagmar Menger, im Heimat- und Verkehrsverein aktiv, trug Wissenswertes zu den Baudenkmälern und  zur Historie bei.

Szenische Darstellung am Hexenturm.

...und hier von der anderen Seite mit Katja Möller und Jasmin Kohl in der szenischen Darstellung der Geschichte »Ännchens Angst vor der Inquisition«.
Foto: Andrea Faggiano (DANKE!)

Mit Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung haben die Elternbeiräte Andrea Faggiano von der Main-Limes-Realschule Obernburg und Hans Werner Hohm von der Staatlichen Realschule Elsenfeld Freya Klier, Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung in der Woche vom 6. bis 10. Februar an die drei staatlichen Realschulen nach Elsenfeld, Miltenberg und Obernburg geholt. Abschluss bildet ein Vortrag zum Thema »Diktatur und Demokratie« am Freitag, 10. Februar, ab 19 Uhr im Elsenfelder Bürgerzentrum. Er wird musikalisch von Franz Testi am Klavier umrahmt. Die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung haben Landrat Jens Marco Scherf und der Elsenfelder Bürgermeister Matthias Luxem übernommen. Heute Abend wird ihr Film »Verschleppt ans Ende der Welt« aus dem Jahr 1993 im Kino Passage in Erlenbach gezeigt. Im  Anschluss wird sie mit dem Publikum in einen Dialog treten. Leider habe ich keine Zeit, weil ich morgen Früh noch einige Texte zu liefern habe.


Nach der Führung, bevor sich Freya Klier ins goldene Buch der Stadt Obernburg eingetragen hat, habe ich ihr meinen kleinen Stadtführer »Obernburg mit langen Wimpern« geschenkt. Sie hat sich lächelnd dafür bedankt. Eine sehr herzliche Künstlerin mit einer dramatischen Vergangenheit, ohne jegliche Starallüren. Ich bin gespannt auf ihren Vortrag am Freitag.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Warum ich Tief Egon die kalte Schulter zeige

Tief Egon soll stürmischen Winterwetter bringen.

Die Wetterprognosen verlautbaren nichts Angenehmes. Tief Egon braust über den Atlantik zu uns und soll viel Schnee und Wind bescheren, der sich laut Vorhersage in den Mittelgebirgen orkanartig gebärden wird. Das lässt mich zunächst kalt, denn ich habe morgen keine beruflichen Termine. Richtig froh bin ich, dass heute die Behelfsbrücke in Eisenbach, in dem Obernburger Stadtteil abgebaut wurde, in dem ich wohne. Darüber musste ich fürs Main-Echo berichten. Das Wetter heute war prima, was auch die Bauleute antrieb und mit Arbeitseifer überzog. Die Brückenteile waren ratzfatz abgebaut und verladen.

Mit den Wettervorhersagen ist das immer so eine Sache. Eigentlich sollte es heute schon stürmen und Messern und Gabeln regnen. War aber nicht! Für mich und die Leute der Baufirma, die die Demontage vorgenommen haben, wunderbar. Es ist wenig vergnüglich zu arbeiten, wenn es kalt und nass ist und zudem noch stürmt. Mit dem Fotoapparat bei solch einem Wetter zu hantieren, bedeutet für rasende Reporterinnen eine Feuerprobe, allerdings ohne Feuer, dafür mit viel Niederschlag in Form von Wasser oder Schnee. Kamera und Regenschirm gleichzeitig zu halten, geht schon mal gar nicht. Ein Regenmantel mit Kapuze ist ohne Wind prima, aber mit Gebläse gar grausig, denn die Kapuze wird ständig heruntergeweht, auch wenn sie festgezurrt wurde. Reporterin nass, Kamera dann auch. Pfui, Reparaturen sind teuer!

Aber das war heute Gott sei Dank nicht der Fall. Alles paletti, Bericht im Kasten und schon online. Wie es auch kommen sollte, ich zeige Tief Egon die kalte Schulter, und nun, wenn Caius als Nachfolger von Egon mit Schneemassen wütet, muss ich das gelassen sehen.  Dem Wetter kann man nicht ins Handwerk pfuschen. Es kommt, wie's kommt. Allerdings sollte uns die Heftigkeit der Naturgewalten schon zum Nachdenken anregen. So ganz ohne menschlichen Einfluss ist diese Entwicklung nicht gekommen. Die Klimaveränderungen kommen nicht von ungefähr, da kann Donald Trump hundert Mal behaupten, dass dies Humbug und aus der Luft gegriffen sei. Schau'n wir mal, wie sich's Wetter und die US-Politik unter Trump entwickelt.

Dienstag, 10. Januar 2017

Date mit Julia Bertram, ehemalige deutsche Weinköniging & GaultMillau Entdeckung des Jahres

Lebensfroh und Winzerin mit großer Leidenschaft: Julia Bertram. 
Eigentlich wollte ich Julia Bertram schon im vergangenen Jahr interviewen, denn es ist schon einige Monate her, dass sie als Entdeckung des Jahres von den Machern des Weinguides GaultMillau Deutschland gekürt wurde und in der Ausgabe 2017 explizit vorgestellt wird. Aber es war schwierig, einen Termin zu bekommen, was überwiegend an mir lag, weil ich mit der Vermarktung meines Krimis »Saure Äpfel« noch alle Hände voll zu tun hatte und außerdem mit Kundenaufträgen und Berichten fürs Main-Echo gut eingedeckt war.

Doch nun hat es geklappt. Am Montag traf ich mich im Weingut »Stadt Klingenberg«, das Julia Bertram zusammen mit ihrem Lebensgefährten Benedikt Baltes leitet und außerdem noch ihren eigenen Winzerbetrieb in Dernau an der Ahr betreibt. Es ist eine ideale Partnerschaft, wie ich von Julia Bertram erfuhr, denn die beiden jungen Winzer arbeiten Hand in Hand und stehen sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite.

Eigentlich kennen sich beide schon lange. Aber erst 2012 wurden sie ein Paar, gerade zu der Zeit, als Julia zur deutschen Weinkönigin gekürt wurde, was die Beziehung auf eine harte Probe gestellt hat. Die Jungwinzerin, gerade das Studium der Oenologie abgeschlossen, war als Repräsentantin des deutschen Weins ständig unterwegs. Nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Ein Jahr lang ein »Fulltimejob«, wie sie sagt. Beide haben die Prüfung bestanden und sich nicht nur privat, sondern auch beruflich zusammengetan. Als Kellermeister und Kellermeisterin haben sie jedoch jeweils ihren eigenen Stil. »Da lasse ich mir auch nicht reinreden«, sagt die sympathische junge Frau.

Es war ein sehr interessantes Gespräch. Julia Bertram ist sehr offen, charmant, eloquent und strahlt pure Lebensfreude aus. Das Interview machte viel Spaß und hat mir auch viel Wissenswertes vermittelt. In den nächsten Tagen wird das Porträt von ihr wohl in der hiesigen Tageszeitung (Es ist am 14. Januar erscheinen, hier der Link). Es gibt nicht nur Negativnachrichten, und ich freue mich, wenn ich über solche Geschichten schreiben darf!


Freitag, 30. Dezember 2016

Persönlicher Jahresrückblick einer rasenden Reporterin, Autorin und Verlegerin


Die besten Wünsche zum neuen Jahr 2017, verbunden mit einem ganz persönlichen Jahresrückblick auf 2016.

Morgen ist Silvester, und zum Jahreswechsel möchte ich auch diesmal einige Gedanken niederschreiben. Im Ausblick auf 2016 hatte ich mir im letzten Jahr gewünscht, in etwas ruhigeres Fahrwasser zu kommen, Ballast abzuwerfen und mich auf die Dinge zu konzentrieren, die mir Freude bereiten und mich nicht runterziehen. Leider ist mir das nur zum Teil gelungen, und auch erst im letzten Quartal des demnächst endenden Jahres.
Dennoch kann ich sagen, dass 2016 für mich persönlich ein erfolgreiches Jahr war und beziehe meine Familie damit ein. Mit der Feier zum 90. Geburtstag meines Vaters am 19. Dezember, die eine Wucht war (woran Annamaria und Katharina Gielen als Duo Pelen Tan mit ihrer wunderbaren Musik einen großen Anteil trugen), mit dem Erfolg meines Regionalkrimis »Saure Äpfel« und mit vielen schönen Erlebnissen und Überraschungen kann ich, können wir, sehr zufrieden sein.

Der Provinzkrimi »Saure Äpfel« kam im Herbst heraus und ist ein Erfolg, dank der großen Unterstützung von Marlene Breunig vom Buchkabinett in Obernburg.

»Ein schöner Tag« geht zu Ende.

Ein Glanzlicht im Jahr 2016: Die Feier zum 90. Geburtstag meines Vaters im Al Castello in Romrod.
Allerdings kann ich das nicht auf das politische Umfeld übertragen. Innenpolitisch machen mir der Erfolg der AfD und die rassistischen Tendenzen in der Bevölkerung große Sorgen. Eine Folge davon, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklafft und in Verbindung mit dem Flüchtlingszustrom aus den Krisengebieten Ängste geschürt werden. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und anderen Ländern, die Wahl von Trump zum US-Präsidenten und vieles mehr, was in der Welt passiert, ist alles andere als zufriedenstellend.
Für 2017 wünsche ich mir, dass alle Menschen, die mir wichtig sind, gesund bleiben und Schicksalsschläge ausbleiben. Innenpolitisch wäre mir wichtig, dass die AfD nicht noch mehr Zugewinne erzielt und die etablierten Parteien echte Lösungen statt leerer Worthülsen anbieten, dass Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit wieder in den Vordergrund treten.

Beruflich wünsche ich mir, dass ich mich etwas gelassener auf das konzentrieren kann, was mir wirklich Spass macht. Ja, und Ihnen, liebe Leser meines Blogs wünsche ich natürlich auch einen gelungenen Start ins Jahr 2017 und einen guten Verlauf.